Die Show

DIE NÄCHSTE SHOW
läuft am 7.12.18 ab 21:00 Uhr in der Ziegelstrasse 5, 10117 Berlin. Der Eintritt ist frei, Spende erwünscht. Mehr Infos zur nächsten Show gibt es auf Facebook.

 

INFOS ZUR LOKALRUNDE:
Die Lokalrunde ist eine Live-Unterhaltungsshow in der Ivo Lotion & die Gruppe KEMK diverse Künstler von Berliner Lesebühnen, Poetry-Slam-Entdeckungen und Comedyperlen präsentieren. Zudem werfen sie wilde Clips auf die Leinwand und geben Schnäpse ans Publikum aus. Berüchtigt ist das Team der Lokalrunde für das lustige Chaos auf der Bühne und berühmt für seine Aufzeichnungen bei AlexTV, Sat1Comedy und dem WDR. Hintergrundinformationen zur Show gibt es in diesem Artikel, eine jüngere Showkritik in diesem Beitrag.

VIDEOCLIPS AUS UNSERER SHOW:

 

UND HIER NOCH DER EINDRUCK DES POPLITERATEN JOACHIM LOTTMANN VON EINER UNSERER FRÜHEN SHOWS:
“Ich gelangte in einen anderen Bereich des Café Peking-Labyrinths, in die Verbotene Stadt. Nicht einmal die VIPs durften hier hinein, hatte mir Nichte Hase erzählt. […]
Ein verglaster Verbindungsgang führte auf eine kleine Lounge mit einer Bühne, die etwa ein Drittel des Raumes ausmachte und auf der elf Musiker standen und musizierten. Absurd: Ich passierte einen Kassenstand, einen Berliner Jungen in 30er-Jahre-Klamotten, der mich bat, Geld in seine Schiebermütze zu legen. Er nannte es >Spende für die Lokalrunde<. […] Schon Nichte Hase hatte mir von dieser Lokalrunde erzählt, auf die der Chef so stolz sei: das Herz der ganzen Hundertmarkbewegung, das spirituelle Zentrum des Movements. Sie selbst hatte es aber auch nur von Dritten. Aber sie hatte recht. […] Ich schaute gebannt auf Künstler und Publikum. Es wirkte alles sehr intim und sehr … zeitlos. Auf der Probebühne von Brecht dürften dieselben Verhältnisse geherrscht haben. Oder auf der von Wladimir Kaminer im Kaffee Burger Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. […] Doch Hundertmark machte weiter, unter der Erde, ohne jedes Wissen der verhaßten Medienwelt. Ich nahm eine Samsunit. Wie die Urchristen dem unbesiegbaren Römischen Imperium in ihren unterirdischen Kanälen trotzten, so trotzte er dem globalen Medienfaschismus – durch das Feiern jener Werte, die dieser scheinbar besiegt hatte: Nähe, Singen, Lachen. […] Diese >Musiker< waren auch direkt aus Stetln in Galizien entsprungen, Hitler hatte es nie gegeben. Eine, wie es einst hieß, Pankokenkapelle. Fidelgeiger, Pauke, Blasinstrumente. Natürlich kamen sie nicht aus Galizien, aber immerhin aus Friedrichshain oder Pankow, und sie waren jung und bettelarm. […]
Was für eine Welt! Wahrscheinlich war es genau jener geographische Punkt in Europa, wo Ost- und Westjugendkultur zusammenwuchsen.“
Aus: Joachim Lottmann: „Die Jugend von heute“. Roman, Kiepenheuer & Witsch, S. 311 ff.